Hörspiele im Radio

Hörspiele

Samstag 00:05 Uhr Deutschlandfunk

Blue Crime

"Er ist mir lieb wie der Abendstern" - Der Gerichtsfall Heinrich Federer Von Geri Dillier Regie: der Autor Mit Hanspeter Müller-Drossaart, Ueli Jäggi, Yannick Bormuth, Peter Kner, Marco Schenardi, Franziskus Abgottspon, Daniel Kasztura, Martin Hug, Charlotte Joss u.a. Produktion: Schweizer Radio DRS 2008 Länge: 45"47 Der katholische Priester und Publizist Heinrich Federer gehörte zwischen 1910 und 1930 zu den meistgelesenen und bekanntesten Schweizer Autoren. Im Jahr 1902 wurde Federer in Stans verhaftet und angeklagt, an seinem zwölfjährigen Privatschüler Emil Brunner "unzüchtige Handlungen" begangen zu haben. Der Prozess wirbelte in der Presse viel Staub auf und endete mit einem teilweisen Freispruch. An Federer haften blieb die Anklage wegen "unanständigen und Aergernis erregenden Benehmens". Er verlor seine Arbeitsstelle bei der Zeitung, sein gesellschaftlicher Ruf war ruiniert. Was ist tatsächlich vorgefallen? War Federer ein Kinderschänder, wie es die Presse schrieb? Wurde der katholische Priester zu Unrecht vorverurteilt? Geri Dillier lässt in seinem Hörspiel den angeklagten Heinrich Federer zu Wort kommen sowie den betroffenen Knaben Emil, den Ankläger, den Staatsanwalt, Zeugen, die Presse. Durch ausgewählte Zitate wird der Gerichtsprozess mit Federers literarischem Werk verknüpft.

Samstag 14:00 Uhr Ö1

Ö1 Hörspiel

"The Who and the What". Von Ayad Akhtar. Übersetzung: Barbara Christ. Mit Aenne Schwarz, Irina Sulaver, Philipp Hauß und Peter Simonischek. Musik: Gilbert Handler. Ton: Elmar Peinelt. Schnitt: Manuel Radinger. Bearbeitung und Regie: Andreas Jungwirth (ORF 2018) Es war die meistbesuchte Produktion der Spielzeit 2018/19 im Wiener Akademietheater: das Erfolgsstück des amerikanisch-pakistanischen Dramatikers Ayad Akhtar, mit den Burgtheaterschauspielern Peter Simonischek, Aenne Schwarz, Irina Sulaver und Philipp Hauß. Akhtars Kammerspiel, dessen Hörspielfassung mit ebendiesen Schauspielern umgesetzt wurde, ist sowohl ein Familien- als auch ein Generationendrama. Im Zentrum steht Zarina, eine junge Frau, die einen Roman über den Propheten Mohammed schreibt. Sie ist 32 Jahre alt, immer noch ledig, führt den Haushalt für ihren verwitweten Vater Afzal und ihre Schwester Mahwish. Ihr Vater Afzal, dargestellt von Peter Simonischek, ist ein gläubiger Muslim, er stammt aus Pakistan und hat in Amerika den Aufstieg vom Taxifahrer zum Taxiunternehmer geschafft. Er versucht für seine ältere Tochter eine Heirat zu arrangieren, indem er heimlich Kontaktanzeigen auf einer muslimischen Dating-Plattform schaltet - mit Erfolg. Zur Krise und zum Eklat kommt es, als er das Manuskript des von seiner Tochter Zarina geschriebenen Romans liest ... Am Ringen um Verständnis, an der Unvereinbarkeit mancher Vorstellungen und der Mehrdeutigkeit der Argumente entzünden sich Tragik und Humor. Der Theatertext wurde für das Hörspiel nochmals verdichtet, die Reibungen der einzelnen Positionen wurden verschärft. Trotz Versöhnung bleibt am Schluss zwischen den Figuren eine Kluft. Manche Dinge lassen sich einfach nicht lösen - nicht im Mikrokosmos einer Familie, aber auch nicht in einer diversen Gesellschaft. In "The Who and the What" bezieht sich Ayad Akhtar auf seine Erfahrungen als Muslim der zweiten Migrantengeneration. Sein Theaterstück ist allerdings nicht nur ein Diskurs über die Interpretation von religiösen Lehren, in diesem Fall des Islam, sondern auch ein Stück über die Schwierigkeiten der Selbstbehauptung von Frauen in patriarchalen Strukturen.

Samstag 15:05 Uhr Bayern 2

Hörspiel

Freinacht Von Thomas Lang Komposition und Regie: Lorenz Schuster BR 2021 Ursendung Anschließend: "Der Wirklichkeit gerecht werden" - Thomas Lang im Gespräch über sein Hörspiel "Freinacht" Bei der Geburtstagsfeier der 16-jährigen Elle auf dem stillgelegten Bahngelände einer Kleinstadt stößt ihre Clique auf die Leiche eines erfrorenen Mannes. Die Situation eskaliert, aus einem Witz wird eine Tat, die Jugendlichen prügeln auf den Toten ein, machen Fotos und Filme. Diese Nacht ändert ihr Leben schlagartig. Vor allem für Elle stellen sich Fragen. Wer war der Mann? Wie konnte es so weit kommen? Als die Tat auffliegt und ein medialer Sturm folgt, ist in Elles Gedankenwelt der Tote bereits zum ständigen Begleiter geworden, mit dem sie stille Zwiesprache hält. Nach einer wahren Begebenheit entwickelte Thomas Lang ein Hörspiel über Ziellosigkeit und Verantwortung, Schuld und Sühne. Freinacht ist ein dunkles Gesellschaftsspiel. Es zeigt die Sprachlosigkeit zwischen den Generationen, wie das Erwachsenwerden zur existenziellen Herausforderung wird - aber auch, dass die Wahl besteht, eine falsche Entscheidung nicht das weitere Leben bestimmen zu lassen. Thomas Lang, geb. 1967, Autor, lebt in München. Romane u.a. Than (2002, Bayerischer Staatsförderungspreis, Marburger Literaturpreis), Am Seil (2006, Ingeborg-Bachmann-Preis 2005, Nominierung Preis der Leipziger Buchmesse 2006), Immer nach Hause (2016) über den jungen Hermann Hesse, Freinacht (2019).

Samstag 17:04 Uhr WDR5

Krimi am Samstag

Weiße Schatten Von Kirsti Brun Texmo Reporter gerät selbst in Kriminalfall Übersetzung aus dem Norwegischen: Ingrid Sack Alex: Wolfgang Condrus Mimmi: Ellen Schulz Die Frau: Marianne Lochert Viktor: Hans-Jörg Assmann Frau Putter: Eva-Maria Strien Dr. Linn: Moritz Stoepel Portier: Günther Amberger Kellner: Uwe Koschel Frauenstimme - Praxis Dr. Linn: Marlene Renner Frauenstimme - Redaktion: Annette Jainski Regie: Annette Jainski Produktion: hr 1994

Samstag 19:04 Uhr WDR5

WDR 5 KiRaKa. Radio für Kinder

Jakob, der Lügner (2/2) Von Jurek Becker Regie: Claudia Johanna Leist Produktion: WDR 2002

Samstag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

Kunst Packen Von Philine Velhagen und Jan Holtmann Wiederholung: WDR 5 So. 17.04 Uhr Wenn Kunst als Paket kommt Regie: die Autor*innen Produktion: WDR 2021

Samstag 20:00 Uhr SRF 2 Kultur

Hörspiel

1/2: «Hier ist noch alles möglich» nach Gianna Molinari Da soll sich ein Wolf auf dem Fabrikgelände herumtreiben. Das erfährt die junge Nachtwächterin gleich zu Beginn, als sie den Job anfängt. Und sie soll ihn fangen. Ihre Neugier ist geweckt. Gibt es den Wolf wirklich? Und ist er eine Gefahr?

Samstag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Hörspiel

Roman eines Schicksallosen Von Imre Kertész Aus dem Ungarischen von Christina Viragh Bearbeitung: Valerie Stiegele Regie: Ulrich Gerhardt Mit: Jens Harzer, Rudolf Wessely Produktion: NDR 2000 Imre Kertész erzählt die Geschichte eines Budapester Jungen, der 1944 aus einem Autobus geholt und nach Auschwitz verschleppt wurde - eine Geschichte, die auch seine eigene ist. Was aber macht Kertész" Beschreibung so außergewöhnlich? Sie ist ein Bericht über den Holocaust aus der Perspektive eines erstaunten Kindes, das jedes schreckliche Detail im Konzentrationslager registriert, ohne zu bewerten oder gar zu rebellieren. Diese verstörende Diskrepanz zwischen dem Ton und dem Inhalt des Berichts war durchaus beabsichtigt. Kertész, der an diesem ersten Teil einer Trilogie mehr als 12 Jahre gearbeitet hat, erläutert hierzu: "Ich vertraue darauf, dass die Moral des Lesers durch die scheinbar unmoralischen kalten Zeilen des Buches verletzt wird. Dass er sich darüber empört, dass sich der Ich-Erzähler eben nicht empört, sondern scheinbar alles klaglos hinnimmt." Roman eines Schicksallosen

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